Anthropologie und Popkultur

Diese Darstellung möchte ich durch einen Klappentext beginnen:

Auch wenn es müßig ist, das Wesen des Menschen ergründen zu wollen, stehen wir vor der Herausforderung, kritisch zu untersuchen, wie sich Menschen im Rahmen und Namen von kulturellen, literarischen, historischen, sozialen und psychologischen Menschenbildern selbst verstehen und wie sie mit anderen Menschen umgehen.

Das stammt von einem Band zu „Positionen der Kulturanthropologie“, hg. von Aleida Assmann, Ulrich Gaier und Gisela Trommsdorff und fasst ziemlich gut zusammen, wie sich die Anthropologie im weiten Feld der Humanwissenschaften positioniert. „Müßig“ ist das Erforschen, was den Menschen in seinen Aktionen und Gedanken ausmacht, nur, wenn man vom wissenschaftlichen Streben nach Intersubjektivität ausgeht.

Dieses Erforschen beflügelt jedoch die Literatur, den Journalismus, ist Ideengeber für neue Blickwinkel auf ein unendliches Strömen von neuen Produkten, Projekten und Projektionen. Die Gefahr, den klischierten Bildern in der eigenen Schreibe aufzusitzen, ist nicht zu unterschätzen. Vielleicht ist doch eine Entscheidung zwischen

  1. Kulturanthropologie und
  2. Anthropop

zu treffen.

Was bezeichnet Anthropop? Zunächst einen passenden Begriff für meine verschiedenen Arbeiten. Journalistische, wissenschaftliche und poetologische. Der Begriff fasst zudem einen Zugang zum Overkill: die Fülle an Informationen werden in einem Fokus gebündelt: dem Menschen. Wenn jedoch das Zitat oben zutrifft, ist vom Menschen Alles & Nichts zu sagen. Das sollte nicht traurig stimmen. Es ist eine Chance, Verknüpfungen zwischen Anthropologie und Populärkultur zu suchen, zu finden, zu beschreiben und möglicherweise zu verändern.