Glückwünsche Giwi!

Heute feiert Giwi Margwelaschwili seinen 90. Geburtstag in Tbilissi. Alles Gute!

Dieser Tage ist auch der Interviewband „Bedeutungswelten“ erschienen, in dem sein Verleger Jörg Sundermeier ihn nach seinen Einflüssen und philosophischen Hintergründen befragt hat. Er soll später noch an dieser oder anderer Stelle besprochen werden.

Als Giwi noch in Berlin lebte, habe ich ihn mehrere Male in seiner Wohnung in der Nähe der U- und S-Bahn-Station Gesundbrunnen besucht. Sein Wohnzimmer war rechteckig, in der hinteren rechten Ecke stand ein Sessel, wo ich meist Platz genommen habe. Links von mir stand ein Beistelltisch, auf dem Zeitschriften und Broschurbände lagen. Gegenüber der Fensterfront, hinter der sich ein Balkon verbarg. (Es hing ein schwerer Vorhang über dem Fenster. Ich glaube, mich erinnern zu können, dass Giwi meinte, er müsse konzentriert arbeiten können.) Vor den Fenstern stand ein langer Tisch, auf dem beinahe verloren ein Laptop stand, auch Papier, denn Giwi arbeitete viel handschriftlich. Beziehungsweise waren das die Texte, die in der Sowjetzeit sich ansammelten und nun auf Publikation warteteten. Damals publizierte bereits der Verbrecher Verlag und Giwi zeigte sich erleichtert, eine verlegerische Heimat auf seine alten Tage gefunden zu haben.
Gegenüber vom Sessel stand ein Sofa, auf dem einmal Dato Barbakadse saß. Ein georgischer Dichter, dem ich erst die Bekanntschaft mit Georgien und der weiten Literatur von dort verdanke. Wir besuchten Giwi gemeinsam und es gab Instant-Cappuccino und ich glaube Apfelkuchen in der Küche. Die Küche befindet sich hinter dem Sessel, auf dem ich eigentlich immer saß. Also es waren wohl nicht mehr als drei Male, dass ich Giwi besuchte, zweimal allein und einmal mit Dato. Soweit ich mich entsinne.

Seine Arbeit am eigenen Lebens-Text ist faszinierend und lädt zur Beschäftigung ein. Bald hier auch mehr …

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